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Tamsweg, Jänner 2046. Die Kleinstadt steht im Mittelpunkt
des globalen Medieninteresses. Was einst ein Geheimtip für
Urlauber war, zieht jetzt Wissenschaftler, Investoren und
CEOs
aus aller Welt an. Fernsehteams haben hier wie in einer Sonderzone
ihre Lager aufgeschlagen. Live berichten sie seit einigen Monaten
aus der einst für ihre Naturbelassenheit bekannten Region
über das BSZ Tamsweg. Alle, die einst ihre Ausbildung an
dieser Schule genossen, haben sich entweder als Vordenker in der
Weiterentwicklung der Bildungseinrichtung verdient gemacht, oder in
unmittelbarer Nähe Firmen aufgebaut. Noch mehr als
Dubais Media City
oder Kairos Smart Village, hat das BSZ zu einer
Entwicklung beigetragen, die alle Beobachter der
Neuen Ökonomie
als das „Phänomen Tamsweg” referieren.
Ein
IT-Historiker
ist ebenfalls nach Tamsweg gepilgert, um die Geschichte der
Eliteschmiede der Neuen Ökonomie zu erforschen. Im Zuge
seiner Recherchen ist er auf Eva Grubingers mittlerweile legendäre
Allegorien gestoßen, die kurz nach der Jahrhundertwende
im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Projekts am BSZ entstanden sind. Betrachtet
man die Bildinstallation in der Draufsicht, so sieht man eher abstrakte,
verschwimmende, fluid flächige Formen-Ensembles, die sich
erst aus einer schrägen Perspektive als figurative Darstellungen
enthüllen: ein Mädchen beim Fitneßtraining,
ein junger und ein alter Mann beim Ringen der Generationen,
etc.
Die mittels der so genannten Technik der
Anamorphose
dargestellten Figuren sind an vier verschiedenen Orten des Bildungszentrums
angebracht und laden noch heute den Betrachter dazu ein, verschiedene
Perspektiven einzunehmen. Vor dem Hintergrund einer unter dem
Flexibilitätsgebot sich verändernden Wirtschaft entstanden,
wirken sie auf den IT-Historiker wie der Schlüssel zur
Gegenwart. Seine Nachforschungen führen ihn deshalb bald
zu den SchülerInnen, die damals das BSZ besuchten und der
Künstlerin als Vorbilder gedient haben könnten. In
seinem Tagebuch hat er die Begegnungen zu Portraits verdichtet. |
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